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Fahrtwindenergie – können Autos Klima schützen helfen?

9. August 2010, von

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Autos treiben allein durch den von ihnen erzeugten Fahrtwind Windräder am Straßenrand an und erzeugen damit sauberen Strom. Ein solches Konzept hat nach einem Bericht der Berliner Morgenzeitung und vom Tagespiegel (aufgegriffen von Wir Klimaretter) der Förder- und Trägerverein Energiekompetenzzentrum Berlin-Nordost für den Bezirk Lichtenberg vorgelegt.

Die Idee: Auf dem grünen Mittelstreifen und zu beiden Seiten der Landsberger Allee sollen auf ca. 600 Meter zwischen Allee-Center und Rhinstraße zehn bis 15 Meter hohe Windkrafträder installiert werden. Angetrieben werden sollen die Windräder allein durch den Fahrtwind der etwa 68.000 Autos, die täglich die Landsberger Allee passieren. Das Ganze wiederum ist Teil eines geplanten Energie-Anwender-Parks im Bezirk Lichtenberg, für den außerdem z.B. ein Energiekompetenzzentrum, eine umweltfreundliche Ikea-Filiale (‘Energiesparmöbelhaus’), ein Solarpark, eine CO2-neutrale Tankstelle und  ein Musterenergiesparreihenhaus geplant sind.

Fahrtwindenergie – wollen wir das wirklich? Auch wenn es einerseits nach innovativer Lösung und machbarer Utopie klingt. Wird hier nicht das Problem zur Lösung des Problems benutzt, ohne das Problem zu lösen? Mehr Autos für mehr Ökostrom? Geht die Rechnung auf? Bequem ist es allemal, weil wir uns dann guten Gewissens ins Auto setzen und die Landsberger Allee auf- und abfahren können. Dient ja dem Klimaschutz, oder? Vielleicht sollten wir einfach noch ein paar mehr Autobahnen bauen, damit wir noch mehr Fahrtwind und noch mehr Platz für Windräder bekommen… Oder sehe ich das allzu dogmatisch, während hier tatsächlich greifbare Verbesserungen stattfinden? Kommentare sehr erwünscht!

Bilder: Traffic Jam von only_point_five mit Creative Commons Lizenz und Mojave Windturbines von Zimmelino mit Creative Commons Lizenz.

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8 Kommentare

  1. Ich halte das für eine ausgezeichnete Idee! Jedoch geht es mir weniger um Fahrtwind auf zugigen Alleen, sondern um den Standort Straße.
    Gegen Windräder werden zwei Argumente von den ewiggestrigen Miesepetern aufgeführt: laut und häßlich. Und genau das ist eine Autobahn auch! Ich bin dafür, an jeder Autobahn in Deutschland auch eine Windallee zu bauen. Der Lärm der Autos ist sicher ein Hundertfach stärker und häßlich ist ein Betonband mit z.B. Stromleitungen oder Mauern link und rechts allemal. Zudem wurden für Autobahnen oft Schneisen geschlagen, die nun Windkanäle sind.
    Ich bin per se und absolut und überhaupt gegen den Neubau oder Ausbau von Schnellstraßen. Aber die bestehenden müssen bis 2020 alle zu 80% mit Windkraft “versorgt” werden. Das wäre mal eine Forderung für die Grünen… ob sie dann noch 27% in Berlin hätten? ;-)

  2. ist heute der 1.April oder was soll dieser Artikel?

  3. So lange es keine realistische Aussicht darauf gibt, die 68.000 Autos pro Tag auf einen Bruchteil davon zu reduzieren, halte ich die kleinen Windkraftanlagen für sinnvoll. Da bietet es sich zumindest mal an, ein paar dieser Designs auszuprobieren.

  4. Windräder an deutschlands Schnellstraßen und Autobahnen, eine hervorragende Idee !
    Dazu gleich noch nebendran eine Gleichstromtrasse von Nord nach Süd zum Transport des Stromes aus den Nordsee Ofshorewindparks.
    Aus den Windkraftanlagen längs der Autobahnen ließe sich dann vorzüglich die Elektromobilität der Zukunft speisen, 160 moderne Windräder an Land reichen für 1 Million Elektroautos !

  5. Ein weitere Artikel auf klimaretter.info über die geplanten Windräder an französischen Autobahnen zeigt die mögliche Dimension der Geschichte:

    “Ist das Pilotprojekt erfolgreich, könnten überall entlang der Autobahnen Windräder gebaut werden, die etwa Hinweisschilder, Kameras, Wetterstationen und ähnliches mit Strom versorgen.”

    Kleine (Fahrt-)Windräder statt langer Kabel um die verstreute Technik entlang der Pisten zu versorgen. Eine Lösung für Mobilitäts-, Energie- oder Klimaprobleme ist es sicher nicht.

  6. Bis 2020 müssen 80% der deutschen Hintern mit einem
    Furzwindrad ausgerüstet sein!

  7. Falls die Windräder durch den Fahrtwind der Autos angetrieben werden, würden sie so die Luft bremsen und den Autos einen größeren Luftwiderstand bescheren, also den Spritverbrauch der Autos erhöhen.
    Ohne die Windräder fährt ja jedes Fahrzeug teilweise im “Windschatten” des vorausfahrenden Autos.

    Die Idee ist unsinnig, wenn sie die Energie der Autos nutzen will, aber sinnvoll, wenn dort auch ohne Autos schon genug Wind herrscht. Dann sind die Argumente von Georg Koessler ganz zutreffend: Laut und unschön sind die Autobahnen auch ohne Windräder. Wir machen also nichts kaputt mit zusätzlichen Windrädern. Aber die Anzahl günstiger Standorte an den Autobahnen ist sicher nicht groß genug, um damit auch nur einen geringen Anteil der Elektromobilität zu decken.
    Zur Energieversorgung einzelner Hinweisschilder oder Kameras sind Photovoltaikmodule besser geeignet, wenigstens scheint die Sonne jeden Tag zuverlässiger als der Wind weht.

  8. [...] Fahrtwindenergie – können Autos Klima schützen helfen? – oder gibt es noch einen grössere… Freitag, Aug 13 2010  [...]

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Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.
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Georg Kössler schreibt über Klima- und Energiepolitik. Er lebt in in Berlin-Neukölln und hat kein Auto.

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