Mit freundlichen Grüßen: IEA und CIA, sind nicht OK ! « Klima der Gerechtigkeit

Mit freundlichen Grüßen: IEA und CIA, sind nicht OK !

26. Januar 2011,

Neulich hat der CIA ausgesprochen, was die Klimapolitik zur Zeit als letztes gebrauchen kann. In einem informellen Briefing beim Pew Charitable Trusts’ in Washington sagte ein ranghoher CIA-Angestellter: das 2 Grad Ziel sei schlicht und ergreifend nicht zu erreichen. Er rate dazu, dass die Politiker sich von einem Stabilisierungszenario von 450ppm verabschieden sollten. 550 oder gar 650ppm wären hingegen schon realistischer.

Nun hat es der Chef-Ökonom der Internationalen Energie Agentur (IEA), Fatih Birol, in ähnlichen Worten wiederholt: es sei “virtually impossible” für die Welt, noch innerhalb der von der Wissenschaft als “sicher” geltenden 2 Grad Erwärmung zu bleiben. Bei seiner Rede im Imperial College in London meinte er, Politiker sollten dem Ziel einen “Abschiedskuss” geben, dass die globalen Emissionen noch vor dem Jahr 2020 ihren Scheitelpunkt überschreiten und absinken könnten.

Mal zugegeben: wer fürchtet denn nicht, dass wenn wir alle so weiter machen – also nicht nur in der Klima-Politik die radikalen Reformen ausbleiben, sondern auch in der Wirtschaft und bei Ingenieuren, aber auch in unseren Lebensstilen kein drastisches Umdenken und Um-Handeln stattfindet – dass es dann nicht verdammt eng werden könnte. Doch ist es ratsam, angesichts der Folgen, die eine Erwärmung von 3 oder 4 Grad oder noch mehr haben wird, den Herrschenden vorzuschlagen, lieber gleich das Handtuch zu schmeißen?

Da lob ich mir doch das Pentagon, dass vor einigen Jahren mit einer alarmierenden Studie auf die Folgen des Klimawandels in den USA aufmerksam gemacht und damals Bush’s Klimaspektizismus harsch widersprochen hatte. Und neulich erst hat das Pentagon die Gefahr des Klimawandels ein weiteres Mal bekräftigt. Oder auch die Forschung der NASA, vor allem mit James Hansen, der wohl als ein Vorkämpfer für die Anerkennung des Klimawandels in der US-Politik und -Gesellschaft bezeichnet werden kann: auch hier nehmen öffentliche Institutionen ihre Aufgabe wahr, das Gemeinwohl zu bewahren.

Hingegen: “IEA und CIA, sind nicht nicht ok” – könnte man in Anlehnung an Fanta Vier sagen, wie sie in ihrem berühmten Lied “MfG” gereimt hatten…

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1 Kommentar

  1. Diese fadenscheinige Argumentation, dass die Fossilen nicht schnell genug durch Einsparung und erneuerbare ersetzt werden koennten, erinnert mich an ein Buch, das ich gerade lese. In Bury the Chains beschreibt Adam Hochschild den Kampf um die Abschaffung der Sklaverei. Deren Ende war in den 1760er Jahren undenkbar. Alle neuen Produkte wie Kaffee, Kakao, Zucker, Rum etc hingen an der Sklaverei, der ganze Schiffsbau profitierte mit, etliche Politiker waren Anteilseigner in Reedereien oder Plantagen in der Karibik. Mit der Abschaffung der Sklaverei wuerde die Wirtschaft kollabieren.

    Die gleichen Argumente hoeren wir heute von den fossilen Energien…

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Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

Fleischatlas 2014

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  • M.E.: http://www.spiegel.de/wissensc haft/natur/un-klimakonferenz-w as-bedeutet-peru-fuer-paris-20 15-a-1008410.html
  • M.E.: Interessant ist es ja schon, dass die Emissionsmengenanstiege sich insbesondere seit der Zeit drastisch...
  • Jörg Haas: Grüße zurück nach Lima – alles Gute dort!
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