Erreichen die USA ihr Klimaziel? « Klima der Gerechtigkeit

Erreichen die USA ihr Klimaziel?

5. Oktober 2011, von

Eine nationale Klimastrategie ist weiter nicht in Sicht. Dennoch könnten die USA das auf dem Kopenhagener Klimagipfel zugesagte Ziel erreichen, ihre Emissionen bis 2020 um 17 Prozent (gegenüber 2005) zu kürzen.

Neben der Wirtschaftskrise  wird vor allem die Abschaltung alter Kohlekraftwerke zu einem deutlichen Rückgang von CO2-Emissionen sorgen. Denn wenn die Umweltagentur EPA die diversen Grenzwerte zur Luftreinhaltung und zum Gewässer- und Bodenschutz verschärft, wird sich die Nachrüstung der ältesten Kohlekraftwerke nicht mehr rechnen. Experten erwarten, dass alte Kohlemeiler mit einer installierten Leistung von bis zu 65.000 Megawatt stillgelegt werden. Gehen sie vom Netz, dürften sie wegen der niedrigen Brennstoffpreise durch neue Gaskraftwerke ersetzt werden.

Die Rechnung veranschaulicht David Hone, Klimaberater von Shell, in dieser Grafik. Wirtschaftskrise, stillgelegte Kohlekraftwerke, günstiges Erdgas und schärfere Verbrauchsstandards im Verkehr könnten die Emissionen der USA um gut 1 Milliarde Tonnen CO2 (von 6,1 auf 4,9 Millarden Tonnen) senken.

Grafik: David Hone, Shell

Grafik: David Hone, Shell

Allerdings verstecken sich in der Rechnung einige Ungewissheiten. Erholt sich die US-Wirtschaft schneller, dürften die Emissionen stärker steigen. Bislang zeigt die Umweltagentur keine Eile beim Verschärfen der diversen Grenzwerte. Und auch die Verbrauchsstandards im Verkehr sind zwar verbindlich angekündigt, müssen aber noch im Detail umgesetzt werden.

Zu guter Letzt: Die gute Nachricht sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die USA weiter den Empfehlungen der Klimawissenschaft meilenweit hinterherhinken. Das von den USA verfolgte Ziel, minus 17 Prozent bis 2020 gegenüber 2005, entspricht einer Senkung der Emissionen um 4 Prozent gegenüber 1990. Die Klimawissenschaft fordert von Industrieländern Einsparungen in der Spannbreite von minus 25 bis 40 Prozent.

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Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

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  • Fabio: Tolle Seite. Weiter so.
  • Hans-Hermann Hirschelmann: Von den UN auf deren derzeitigen Entwicklungsstand zu verlangen, sie möge doch bitteschön...
  • Fabian Flues: Hallo André, interessanterweise geht es ja bei der FQD gar nicht um das amerikanische Exportverbot für...
  • Andre: Ich würde das strategischer sehen, im Moment haben die USA einen Exportverbot für Petroleum und Gas. Aufgrund...
  • M.E.: Es ist schon eigenartig: Länder, die man zumindest in Teilen als die hot spots von Klimaveränderungen...

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