Globale Emissionen steigen wieder rasant an. « Klima der Gerechtigkeit

Globale Emissionen steigen wieder rasant an.

25. Mai 2012, von

logoWie die Internationale Energieagentur (IEA) gestern mitteilte, stiegen die globalen Emissionen auf einen neuen Rekordwert von31,6 Gigatonnen CO2 im Jahr 2011. Gegenüber 2010 betrug der Anstieg satte 3,2%, welche fast komplett aus einem Anstieg in den Schwellenländern her rührten. Es wird immer enger, wenn wir das 2°-Limit nicht überschreiten wollen. Denn wenn dieser Anstieg von einer Gigatonne noch einmal statt findet, wäre das theoretisch maximale Emissionslevel überschritten: Laut IEA muss bei 32,6 Gt (bis spät. 2017) Schluss sein. Eine Wende zu besserem Klima ist unwahrscheinlich. Selbst das – zynisch gesprochen – beste Klimaschutzmittel bislang, eine Weltwirtschaftskrise, könnte da nicht mehr viel machen. Eine neuerliche Krise wie 2008/09 wünscht sich zum Einen niemand, zum Anderen würde sie wohl kaum die notwendigen Effekte erzielen. Denn die Emissionen sind in der EU und den USA weiter gefallen (in Japan sind die Emissionen trotz des Wegfalls von 30% Atomenergie und deren fossilen Ersatzes um nur 2,7% gestiegen!), während sie in Ländern wie China (9,3%) und Indien (8,7%) weiter in the Himmel schießen. Eine Wirtschaftskrise würde in diesen Staaten wohl auch keine neuen Kohlekraftwerke verhindern, sondern lediglich Investitionen in Erneuerbare und Effizienz absenken. Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass die Emissionsreduktion in den USA zum Großteil von einer Verschiebung von Kohle zu Gas her rührt. Gas ist “nur” halb so klimaschlimm wie Kohle, doch bei der in den USA beliebten Technologie des “fracking” wird unkonventionelles Erdgas gefördert: mit massiven Nachteilen für Menschen und Natur (die aber in der Klimabilanz nicht auftreten).

Link zu Pressemitteilung der IEA.

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1 Kommentar

  1. Als ich jung war, betrug der jährliche Anstieg des CO2-Anteils etwa 1 ppm pro Jahr.
    Jetzt nähern wir uns 3 ppm pro Jahr an. 30 ppm in nur einem Jahrzehnt!!!
    Als Ausgleich verwenden wir heute jedoch inflationär Worte wie “nachhaltig”, “green”, “zero emission”, “klimafreundlich” usw.
    So kann man sich wenigstens verbal die Realität schönreden. Darin haben wir es heute zur Meisterschaft gebracht.

    Und darüber hinaus verschweigen wir natürlich Kollateralemissionen, wie die beim Gas-Fracking, wie ja im letzten Satz völlig richtig dargestellt wurde.
    Dazu kommen noch die zunehmenden Rückkopplungsemissionen aus dem mehrere Millionen Quadratkilometer umfassenden Permafrost und aus den maritimen Gashydraten.
    Aber bis jetzt wird die Entwicklung der Emissionen aus den Gashydraten nicht mal systematisch erforscht. Da hört man dann von Expeditionen z.B. im nordostsibirischen Schelfgebiet, das Meer hätte ausgesehen, als wenn es koche, was nie vorher in dieser Ausprägung beobachtet wurde.
    Wird Zeit, dem mal etwas genauer auf den Grund zu gehen. Es handelt sich schließlich um unsere Zukunft.
    Kein Computerprogramm weiß, wo sich die Tipping Points befinden. Mit weiteren unangenehmen Überraschungen ist also zu rechnen.

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Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

Fleischatlas 2014

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