Blowin’ in the wind… « Klima der Gerechtigkeit

Blowin’ in the wind…

10. August 2012, von

Die Windkraft wird zum Wahlkampfthema. Das liegt an Mitt Romney, der ihren Ausbau stoppen will. Barack Obama greift die Steilvorlage auf.

Wäre er Präsident, würde Mitt Romney den Ausbau der Windkraft stoppen. Das wäre zumindest die Folge, wenn die Steueranreize für Windkraft Ende des Jahres auslaufen. Romney spricht sich gegen deren Verlängerung aus, weil der Staat sparen müsse und erneuerbare Energien zu teuer seien. Dass er gleichzeitig für die Fortführung milliardenschwerer Subventionen für die Öl- und Gasindustrie kämpft, verschweigt er dabei.

Man muss kein Fan der erneuerbaren Energien sein, um über Romney den Kopf zu schütteln. In den so umkämpften Swing States wie Iowa ist seine Position höchst unpopulär. Selbst in seiner eigenen Partei provoziert der Kandidat der Republikaner damit Widerspruch. Iowas republikanische Gouverneur Terry Brandstad fordert seinen Parteikollegen indirekt dazu auf, raus ins richtige Leben zu kommen und sich die Realität vor Ort anzuschauen. Wie passend, dass Romney diese Woche in dem ländlichen Bundesstaat im mittleren Westen auf Stimmenfang ging – und sich zum Thema lieber ausschwieg.

Romney hat mit seiner anti-Wind-Haltung ein Eigentor geschossen. Nach Texas ist Iowa ist der windstärkste Bundesstaat der USA und produziert rund 20% seines Strombedarfs aus Wind [PDF]. Dort und in etlichen anderen Bundesstaaten hat sich die Windkraft in den letzten Jahren trotz Wirtschaftskrise zu einem echten Standortfaktor gemausert. US-weit hat die Windkraft gerade die 50 Gigawatt-Marke installierter Leistung geknackt (zum Vergleich Deutschland: 29 Gigawatt).

Für Barack Obama ist das Ganze ein gefundenes Fressen. Er weiß, dass die Mehrheit der WählerInnen in Swing States wie Iowa, Colorado und Ohio den Ausbau der erneuerbaren Energien befürwortet und die Milliardenprofite der Öl- und Gasindustrie ablehnt. Und dass mehr als 80% der US-amerikanischen Windparks in Wahlreisen von republikanischen Abgeordneten stehen. Eine Steilvorlage für den Präsidenten, der beim letzten Wahlkampfauftritt in Colorado seinen Widersacher vorführt:

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Warum macht das Romney? The answer, my friend, is blowin‘ in the wind…

Foto oben von Gage Skidmore unter CC BY-SA 2.0.

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2 Kommentare

  1. Ja, so ist das,
    wenn man – vom wichtigen Klimaveränderungsaspekt mal abgesehen – dem Glauben anhängt, dass Öl und Gas keinen Förderhöhepunkt mit anschließendem Förderrückgang kennen.
    Nur weil es in den letzten Jahren gelungen ist, mit einer Verdoppelung der Öl- und Gassonden den Output gegen den langjährigen Trend noch einmal um knapp 15% zu steigern.
    Und mit einer weiteren Verdoppelung auf dann über 2 Millionen Öl- und Gasbohrungen könnte man vieleicht noch einmal 15% mehr rausquetschen.
    Mit der Konsequenz des nachfolgend um so stärkeren Abfalls der Fördermenge ab den 20er Jahren.

    Aber solche Zusammenhänge erschließen sich solch schlichten Gemütern wie Romney nicht. Ist auch sehr schwer zu verstehen, dass eine intensivere Ausbeutung einer nicht erneuerbaren und nicht recyclebaren Ressource nicht zu einer längeren, sondern einer kürzeren Reichweite derselben führt.

    Von klimatischen Zusammenhängen mal abgesehen. Über 200 Jahre Aufklärung sind spurlos an diesen Ideologen vorbeigegangen.
    “Give me that old time religion, Lord, it’s good enough for me” – um mal einen anderen Songtext zu zitieren.
    Leider nicht gut genug, um die Probleme der heutigen Welt und vor allem der kommenden Jahrzehnte zu lösen.

  2. [...] Subventionen der Ölindustrie zu streichen, die Romney schützen will. Umgekehrt will Romney die Steueranreize für die Windkraft zum Jahresende auslaufen lassen, die Obama verlängern will. Die monatelange Hängepartie wird erst nach der Wahl entschieden. Der [...]

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