Georg Koessler « Klima der Gerechtigkeit

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SurVivArt – Kunst für das Recht auf ein Gutes Leben

8. Februar 2012, von Georg Koessler, Comments (0)

Am vergangenen Sonntag eröffnete unser Klimareferat feierlich die Ausstellung “SurVivArt” im Berliner Pfefferwerk. Im Beisein alle zehn Künstler/innen sprachen Barbara Unmüßig (Vorstand, Böll-Stiftung), Jaana Prüss (Zur Nachahmung Empfohlen) und Valia Carvalho (Kuratorin) vor über 200 Gästen und luden zu einem Gedankenexperiment ein: Was bedeutet “Gutes Leben” im Zusammenhang von Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie?

Seit heute ist die Ausstellung bis zum 24. Februar in den benachbarten Galerien Mikael Andersen und Meinblau zu sehen; der Eintritt ist frei. Wir möchten alle Leser/innen von “Klima der Gerechtigkeit” herzlich zu diesem wunderbaren Erlebnis einladen. Die Arbeiten erzählen von der Suche nach dem „guten Leben“, nach Balance, Glück und Zufriedenheit, von einem verantwortlichen und zugleich kreativen und spielerischen Umgang mit Ressourcen und neuen Formen des Konsums.

Ausstellung SurVivArt
Ausstellungsorte: Galerien Mikael Andersen und Meinblau, Pfefferberg, Christinenstraße 18/19, 10119 Berlin
Dauer: 7. – 24. Februar 2012 (more…)

Klimawandelskeptiker im Windschatten der Sonne

6. Februar 2012, von Georg Koessler, Comments (3)

Eigentlich wollen wir uns in diesem Blog nicht mit den Leugner/innen und Skeptiker/innen des wissenschaftlichen Konsenses über den vom Menschen verantworteten Klimawandel beschäftigen. Ohne also in eine inhaltliche Erwiderung einzusteigen – dafür gibt es bessere Akteure und Foren - möchte ich dennoch auf einen aktuellen Fall von Diskurspolitik seitens etablierter Medien eingehen. Der RWE-Manager Fritz Vahrenholt (zuvor war er u.a. bei Shell und Hamburger Umweltsenator für die SPD) hat mit seinem bei H&C erschienenen Buch “Die Kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” einen Coup gelandet, weil er die etablierte Behauptung der Klimawandelskeptiker/-leugner, die globale Erwärmung ist auf die Aktivität der Sonne zurück zu führen, sich zu eigen machte. Er hat zudem seine Kontakte spielen lassen und prominente (Springer-)Medien machen nun mit. (more…)

“Brrrr… jetzt könnte ich globale Erwärmung gebrauchen!”

1. Februar 2012, von Georg Koessler, Comments (2)

Es ist bitterkalt in Deutschland: Eisschollen auf der Spree, Kältetote in Mittel- und Osteuropa… und kein Ende in Sicht. Manch eine/r könnte sich geneigt fühlen, die globale Erwärmung schneller herbei zu wünschen. Das von uns “Klima-Freaks” dann stets gebrachte Argument, diese zieht ja auch eine Zunahme von Wetterextremen nach zieht, prallt derzeit auch an der dicken Eisschicht ab. Doch das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hat nun unser Argument wissenschaftlich in einer Studie konkretisiert. (more…)

Elektromobilität gar nicht so grün

30. Januar 2012, von Georg Koessler, Comments (5)

Es wurde wieder fleißig modelliert in Freiburg.

Es wurde wieder fleißig modelliert in Freiburg.

Eine Studie des Öko-Institutes hat vor 2 Wochen das alte Glaubensbild vieler erschüttert, als es den Traum der Elektromobilität auf den Boden der Tatsachen stellte. Durach das Projekt “OPTUM – Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen” wurde zum Einen ermittelt, was wir sowieso schon wussten: es kommt auf den Strom an. Nur wenn dieser komplett Erneuerbar ist, könnte CO2 eingespart werden. Allerdings auch nicht komplett so viel, wie heutige Benziner verursachen, da die Produktionskette nicht ausser Acht gelassen werden darf. Ohnehin wird eMobility nicht in der baldigen Zukunft unseren Alltag revolutionieren. Bis 2030 werden gerade mal 14% der Fahrzeuge elektrisch – v.a. aber hybrid – sein.

Doch anstatt (more…)

Für mehr Klimaradikalismus!

5. Januar 2012, von Georg Koessler, Comments (3)

Bild von http://intercontinentalcry.org/

Bild von http://intercontinentalcry.org/

Kanada ist aus dem Kyoto Protokoll ausgetreten. Damit hat das Land noch einen drauf gesetzt, nachdem es schon früh angekündigt hat, bei einer zweiten Verpflichtungsperiode sowieso nicht dabei zu sein. Nun aber schon vor Ablauf dieser Periode fristgerecht die Scheidung einzureichen, das ist dreist. Premierminister Harper möchte damit Strafzahlungen von über 13 Mrd. US-Dollar vermeiden (wohl eher weniger), denn die kanadischen CO2-Emissionen stiegen seit 1990 um über 25% auf rund 580 t – vereinbart waren minus 6%! Ist das der Dolchstoß für die UN-Klimaverhandlungen? Welche Konsequenzen sollte die internationale Gemeinschaft jetzt ziehen? Welche Strategie wäre für die Klimabewegung angebracht? Warum hat Hubert Weiger Recht, wenn er mehr Druck auf Kanada fordert? Und warum brauchen wir hier einen Klimaradikalismus? (more…)

Indaba in Durban: Warten auf eine Einigung

10. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (1)

Mitternachts-Indaba für Röttgen & Co

Mitternachts-Indaba für Röttgen & Co

Die Idee der Gastgeberin war bestechend: ein offenes Treffen bei dem die offenen Frage noch einmal in etwas offenerem Rahmen besprochen werden können. Was in der ersten Woche noch leicht chaotisch gestartet war, wird nun auf Ministerebene vorgeführt. Hier wird wohl auch versucht, alle auf einen gleichen Stand zu bringen und dafür ließ COP Präsidenin Maite Nkoana-Mashabane Übersichten verteilen (1, 2, 3) um die Optionen gebündelt und vereinfacht zu präsentieren. Dabei wurden dankenswerter Weise alle Dokumente von Südafrika (anders als damals von Dänemark) zeitnah auf der Website veröffentlicht.

Gestern Abend traf sich die COP dann erst um 20.00 Uhr und stimmt lediglich über die ersten, kleineren Sachen ab. Bis jetzt (Samstag, 12.30 Uhr) weiß niemand von uns, wann die COP, aber auch das Treffen der Kyoto-Mitglieder (CMP) oder die beiden Arbeitsgruppen (KP und LCA) wieder zusammenkommen werden. Gestern Nacht buchte die Indische Delegation ihre Flüge auf Sonntag um – eben gerade taten auch die Deutschen das. Doch es ist in hier im ICC wie mit dem Klimawandel generell: selbst wenn die Minister/innen sich einig sein würde, muss noch Zeit eingeplant werden, bis es endlich geschafft ist. Denn auch wenn alles vorher in bilateralen Gesprächen und Indabas geklärt worden ist, braucht das formale Procedere auf diesem UN-Leven mehrere Stunden. (more…)

Grüne in Durban: Parlamentarier gründen Allianz

9. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (0)

Gestern hat auf Initiative der Stiftung und mehrerer Parlamentarier hin eine Pressekonferenz einiger hier anwesenden grünen Abgeordneten statt gefunden. Zusammen gaben Hermann Ott (MdB), Bas Eickhout (MdEP), Christine Milne (grüne Senatorin in Australien), Elisabeth May (grüne Abgeordnete in Canada) und Lance Greyling (fast grüner Abgeordneter in Südafrika) ein Statement im ICC von Durban anlässlich der Klimaverhandlungen.

Hier geht es zum VIDEO.

Protest in Durban: USA doch hier?

9. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (1)

Das diplomatische Parkett ist rutschig und steril. Hier läuft alles nach Plan. Zwar dürfen die Minister ihre Reden zeitlich überziehen (sie zu unterbrechen wäre heikel!), doch sonst ist die Organisation perfekt organisiert. Als in Kopenhagen Protestierende ausserhalb des Verhandlungssaals Schilder hochhielten, wurden sie alle aus dem Zentrum geworfen.

Gestern hat die Junge Aktivistin Abigail Borah aus den USA ihren Chefunterhändler Todd Stern (der doch hier zu sein schien!) bloßgestellt. Als dieser nach vorne auf das Podium schritt, stand sie auf und hielt eine flammende Rede welche m.E. weder zu soft noch zu radikal war. Abigail kritisierte das US System und legte den Finger genau in den wunden Punkt der Verhandlungen, welche sich derzeit zu sehr um “Post 2020″ anstatt “Post 2012″ drehen. Hier ist ihre Rede:

“I am speaking on behalf of the United States of America because my negotiators cannot.  (more…)

Wirklich in Durban?: The United States of Absence

8. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (4)

Wie es sein sollte: Todd Stern und Xie Zhenhua reden mit- nicht nur übereinander.

Wie es sein sollte: Todd Stern und Xie Zhenhua reden mit- nicht nur übereinander.

Es ist wirklich komisch. Täglich wird die Pressekonferenz der USA auf allen Monitoren rund um das ICC in Durban übertragen. Das Gesicht von Todd Stern, Obamas “Special Envoy on Climate Change” bzw. Jonathan Pershing, dem US-Chefverhandler kennen alle. Und dennoch sind die USA irgendwie abseits, weit weg, egal. Die Debatte hier auf der COP-17 und in den deutschen Medien ist offensichtlich sehr viel stärker auf China und Indien konzentriert. Der Patt zwischen den USA und China? Fast vergessen! Die EU hat harte Konditionen aufgestellt als sie sagte, eine zweite Kyoto-Verpflichtungsperiode gibt es nur, wenn es gleichzeitig eine “roadmap” für ein verbindliches und alle einbeziehendes Abkommen gibt. Dem letzten Teil will sich Indien noch widersetzen und China erst später (nach 2020) sich verpflichten. Die USA sind dagegen (Abkommen für sie vor 2020) oder es ist ihnen egal (Kyoto-2). Vielleicht sind sie aber wirklich garnicht hier, in Durban, sondern streamen ihre Pressekonferenzen aus irgend einem Bunker in den USA? Hier drei Gründe, warum es sich eigentlich um die “United States of Absence” (Vereinigte Staaten der Abwesenheit) handelt. (more…)

Debatte in Durban: Ist China jetzt doch wieder Schuld?

8. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (5)

Deutschland kritisch hinterfragen? Argumente wie "historische Verantwortung" sehen? Nein! Nein! Nein??

China hat am Montag einen ersten Schritt gemacht. Natürlich wird das von der EU und allen voran Deutschland runter gespielt – das gehört zum Verhandeln dazu. Aber muss es angesichts der Dringlichkeit hier in Durban wirklich so risikofreudiges Pokern sein? Norbert Röttgen hält Chinas Klimaversprechen für wertlos titelt SPIEGEL Online, denn die Chinesen sparen sich konkrete Klimaziele. Solche Aussagen sind nicht nur falsch (Chinas 5-Jahresplan ist relativ ambitioniert und das letzte Konjunkturpaket war weit aus grüner als die deutsche Abwrackpackung), sonder auch gefährlich. Denn in der Sprache der Diplomatie bedeuten solche Vorwürfe wie die röttgen‘schen sehr viel. Sicher will der Minister es nicht absichtlich zu einem – von seiner Chefin schon vor Beginn der Verhandlungen antizipierten – Scheiter kommen lassen. Die Süddeutsche berichtete ja schon prominent von Merkels Fehlkalkulation. Die Peitsche ist eine Sache – vor allem, wenn man ein Zuckerbrot in der Hinterhand hat. Doch das öffentliche in Frage stellen von Chinas Ehrlichkeit geht weit über Durban hinaus. (more…)

Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

Fleischatlas 2014

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