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Artikel getagged mit ‘Erneuerbare Energien’

So müssen wir 14 mal die Welt retten

27. Januar 2013, von Georg Koessler, Comments (17)

Als “Point of no return” wird ein Punkt ohne Wiederkehr bezeichnet. Bezeichnend also dieser Titel für die neueste Greenpeace-Studie. Darin identifiziert die Umweltorganisation 14 Mega-Projekte (Karte s.u.), deren Durchführung definitiv zu einem katastrophalen Klimawandel von bis zu 6 Grad Erwärmung führen würden. 14 Aufgaben für uns Klimabewegte!

Diese 14 Projekte würden bis zum Jahr 2050 zu 300 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalenten führen. Allein 20% der CO2-Emissionen im Jahr 2020 würden von diesen Projekten kommen. Es handelt sich dabei um die Förderung von rund 50 Mrd. Tonnen Kohle, 30.000 Mrd. Kubikmeter Erdgas und 260 Mrd. Barrel Öl.

Derzeit befindet sich die Erde laut Weltbank-Schätzungen auf dem Weg hin zu 3,6 bis 4 Grad Erwärmung. Sollten diese 14 Projekte realisiert werden, wäre dein Pfad auf bis zu 6 Grad wahrscheinlich. Zugleich würde die statistische Chance, unter 2 Grad zu bleiben, auf den Promillebereich sinken. Derzeit geht die Wissenschaft davon aus, dass die globalen Emissionen bis zum Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreicht haben müssen (“peak”) um dann mit jährlich 5% sinken. Ohnehin ist das unrealistisch – mit den 14 Projekten wäre das ausgeschlossen. Der Kampf gegen diese Kimakiller ist daher ein Kampf um das Überleben des Planeten wie wir ihn kennen.

»A handful of governments and a small number of companies in the fossil fuel industry are pushing these projects, apparemtly without a care about the climate consequences.« (Original Greenpeace-Report)

 

Hier eine Übersicht über die von Greenpeace identifizierten Projekte und wie wir sie vielleicht stoppen können müssen.

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USA: Erneuerbarer Champion oder Klima-Loser?

18. April 2012, von Arne Jungjohann, Comments (4)

Foto: Screenshot des Pew Reports

Zuletzt habe ich von Obamas mauer Klimabilanz gebloggt. Jetzt kommt eine neue Studie zum Fazit, dass die USA weltweit führend sind beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Ja was denn nun?

Im jüngsten Report „Who is winning the Clean Energy Race?“ von Pew Charitable Trust besetzen die USA wieder den Spitzenplatz vor China und Deutschland, das vom zweiten auf den dritten Platz abgerutscht ist. Sie investierten in 2011 mehr als jedes andere Land in erneuerbare Energien. (more…)

Erneuerbare Kohle?

9. November 2011, von Lili Fuhr, Comments (1)

Die Steinkohlesubventionen in Deutschland laufen aus, Klimaschutz steht auf der Tagesordnung und die alten Kohlekonzerne machen sich Gedanken über ihre Zukunft: grün werden oder untergehen ist die Devise. Zurück bleiben nicht nur gigantische CO2-Werte in der Atmosphäre, sonder auch Abraumhalden, Speicherseen und leere Schachte.

Eine zumindest interessante Idee, diese Trümmer sinnvoll zu nutzen, hat Deutschlands Steinkohlekonzern RAG (Nachfolger der Ruhrkohle): Windparks auf Abraumhalden, Biomasse auf Brachgeländen und Stromerzeugung durch Turbinen, die von altem Speicherwasser angetrieben werden, das in die Tiefe der leeren Schächte rauscht (siehe taz). Ob das tatsächlich klappen kann, erproben seit über einem Jahr Forscher/innen der Universität Duisburg-Essen und Bochum.

Kohle wird grün, Deutschland steigt aus der Kohle aus und aus Abraumhalden werden blühende Landschaften? Ganz so sieht es leider nicht aus. Wenig bekannt ist, dass Deutschland inzwischen den größten Teil seiner Kohle aus Kolumbien importiert (in den vergangenen Monaten sogar mehr als aus Russland, dem bisherigen Hauptlieferanten). (more…)

SuperSmart in die Zukunft

3. August 2011, von Georg Koessler, Comments (2)

Von Bastian Hermisson (Heinrich-Böll-Stiftung)

Die Wende hin zu 100 % Erneuerbaren Energien im Strombereich bringt große Herausforderungen für die Stromnetze mit sich, sowohl in Deutschland als auch im europäischen Maßstab. Die Frage ist, welche Netze wie ausgebaut werden müssen, um eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung mit Erneuerbaren dauerhaft zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wird ein Grundkonflikt zunehmend deutlich.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die einen grundsätzlichen Umbau unseres Energiewirtschaftssystems anstreben, basierend auf einer dezentralen Energieversorgung. Diese Dezentralisten setzen auf regionale Energieautonomie, und sie können unter anderem für sich beanspruchen, dass es kleinere dezentrale Energieversorger waren, die in den letzten Jahren entscheidend zum Boom der Erneuerbaren Energien beigetragen haben.

Auf der anderen Seite stehen die Zentralisten, die für den Umbau unseres Energiesystems auf großflächige Lösungen setzen. Erneuerbare Energien sollen demnach vor allem dort in großem Maßstab gewonnen werden, wo sie am effektivsten und damit kostengünstigsten zu erzeugen sind. Nach dieser Logik ist die dringlichste Herausforderung der Energiewende der Bau neuer Energieautobahnen, (more…)

Merkel in Afrika: Trägt die Deutsch-Nigerianische Energiepartnerschaft zu nachhaltiger Entwicklung bei?

12. Juli 2011, von Lili Fuhr, Comments (3)

Bundeskanzlerin Merkel und ich haben die gleichen Ziele, ausnahmsweise. Diesmal führt es uns nach Nigeria. Aber ich bin schon vor ihr hier und höre mich nebenbei ein bisschen um, was es mit der Deutsch-Nigerianischen Energiepartnerschaft auf sich hat, die sie diese Woche vertiefen will…

Der Deal von 2008 sieht so aus: Deutsche Firmen wie Siemens investieren in die Energieinfrastruktur Nigerias, dafür bekommt Deutschland über Firmen wie Eon Ruh AG Zugang zu den Erdgasreserven des Landes. Nigeria ist der größte afrikanische Erdgasproduzent und steht weltweit auf Platz sieben. Trotzdem haben viele Nigerianer/innen – und besonders auf dem Land – noch immer keinen Zugang zu Elektrizität. Stromausfälle und Benzinknappheit gehören landesweit zum Alltag. Das Erdgas, das Nigeria produziert, wird hauptsächlich exportiert mit lediglich marginalen Benefits für die Communities, wo das Erdgas gefördert wird.

Die NGO Environmental Rights Action (Friends of the Earth Nigeria) engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen die Ölkonzerne im Niger Delta, gegen Menschenrechtsverletzungen und die Zerstörung der Umwelt. Programmdirektor Godwin Ojo sieht die Deutsch-Nigerianische Energiepartnerschaft sehr kritisch, weil sie so einseitig auf Erdgas und Export gerichtet ist (more…)

Deutschland, Schaufenster der globalen Energiewende

3. Juli 2011, von Arne Jungjohann, Comments (2)

Deutsches Schaufenster mit 20% Rabatt auf alles, yes we can

Deutsche Energiewende im globalen Schaufenster: Yes, we can?

Letzte Woche hat der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Früher und sichtbarer als andere Länder macht sich Deutschland auf den Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. „Wenn jemand das schafft, dann ihr Deutsche“ sagen mir viele amerikanischen Freunde. Als im Ausland lebender Grüner werde ich da glatt ein wenig patriotisch.

Die USA hinkt weit zurück- sowohl in der Atompolitik, als auch generell beim Umbau der Energieversorgung. Die Abhängigkeit von vermeintlich billiger fossiler und nuklearer Energie schwächt die Vereinigten Staaten in ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähgikeit, wie Geschäftsführer Jürgen Maier treffend in der jüngsten Ausgabe des Rundbriefs im Forum Umwelt & Entwicklung beschreibt:

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Elektroautos – Lösung oder Lebenslüge?

19. Mai 2011, Comments (9)

Die “Nationale Plattform Elektromobilität” hat vor wenigen Tagen ihren zweiten Bericht an die Bundesregierung übergeben und Empfehlungen für den Ausbau der Elektromobilität ausgesprochen. “Dem Elektroauto gehört die Zukunft”, verkündete Angela Merkel als Antwort, und gleich vier Bundesministerien melden sich in einer gemeinsamen Presseerklärung zu Wort, in der sie die Option Elektroauto durchweg hochloben. Doch umstritten ist das E-Auto nach wie vor, hier ist die öffentliche Diskussion kaum weiter gekommen.  (more…)

No Nukes, no Problem? Deutschland auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren

17. Mai 2011, von Arne Jungjohann, Comments (9)

Windrad und blauer Himmel

Windrad und blauer Himmel

Was Deutschland energiepolitisch gerade anschiebt, ist bemerkenswert. In den USA sind Kohle und Atom die dominierenden Energieträger. Erneuerbare Energien gelten als vielversprechend. Aber in der öffentlichen Deabtte werden sie eher als Zukunftsmusik und Nischentechnologie denn als verlässlicher Ersatz zu den fossilen Energien gesehen. (more…)

Weltklimarat: Erneuert Euch!

11. Mai 2011, von Georg Koessler, Comments (5)

Der Weltklimarat IPCC hat sich in seiner neuesten Studie v.a. mit den Erneuerbaren Energien beschäftigt. Der Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation fasst bestehende Studien (insgesamt 164) zusammen und versucht somit, einen globalen Überblick darüber zu bekommen, wieviel die Erneuerbaren zur Lösung des Klimaproblems beitragen können. Mit lediglich 8.000 Mrd. Euro bis 2030 könnte eine globale Energiewende eingeleitet werden, die bis 2050 weltweit zu rund 3/4 regenerativer Energie führt. (more…)

Alice im Wunderland

29. April 2011, von Arne Jungjohann, Comments (5)

In den USA gilt die Atomkraft als unverzichtbar, erneuerbare Energien als lange noch nicht wettbewerbsfähig und der Klimawandel weiter strittig. Kommt ein US-amerikanischer Klimablogger im Jahr 2011 nach Deutschland, fühlt er sich wie auf einem anderen Planeten. (more…)

Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

Fleischatlas 2014

Letzte Kommentare

  • M.E.: Es sind ja hier bestimmt schon alle informiert: der CO2-Gehalt hat 2013 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 ppm...
  • Fabio: Tolle Seite. Weiter so.
  • Hans-Hermann Hirschelmann: Von den UN auf deren derzeitigen Entwicklungsstand zu verlangen, sie möge doch bitteschön...
  • Fabian Flues: Hallo André, interessanterweise geht es ja bei der FQD gar nicht um das amerikanische Exportverbot für...
  • Andre: Ich würde das strategischer sehen, im Moment haben die USA einen Exportverbot für Petroleum und Gas. Aufgrund...

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