Indien « Klima der Gerechtigkeit

Artikel getagged mit ‘Indien’

Druck auf Indien wächst

2. Dezember 2011, von Lili Fuhr, Comments (0)

Wie lange wird Indien dem Druck noch standhalten können? So langsam regt sich sowohl im Konferenzzentrum in Durban als auch in Delhi Widerstand gegen die Haltung der Umweltministerin Jayanthi Natarajan. Das Kabinett hat die Position Indiens aber gestern noch einmal bekräftigt: Festhalten an einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls für die Industrieländer, aber kein Zustimmen zu einem Verhandlungsplan für ein rechtlich verbindliches Abkommen für alle Länder in naher Zukunft.

Warum das quasi ein Aus für ein Ergebnis in Durban bedeutet, begreift zumindest der ehemalige Verhandlungsführer Indiens, Jairam Ramesh, der inzwischen als Minister für ländliche Entwicklung im Kabinett sitzt. (more…)

Irritationen in Durban: Wer machts (noch) mit wem?

1. Dezember 2011, von Georg Koessler, Comments (0)

CAN Fossil of the Day, US and Canada up

Könnten bald nicht mehr alleine den Fossil-of-the-Day einheimsen...

Ich habe heute einen relativ schlechten Artikel mit dem Titel „Clash of titans at Durban meet“ (The Asian Age) gelesen. Schlecht nicht (aber auch), weil mir nicht gleich klar wurde wer diese Titanen sein sollen. Am Ende stand wieder das gleiche Muster: USA gegen China. Nord gegen Süd. A1 gegen NA1. Das stimmt mit Blick auf die Verhandlungen seit Kopenhagen nicht mehr, da sich China und die USA langsam annähern, es neue Allianzen gibt (z.B. Cartagena Dialogue, BASIC) und alte langsam zu zerfallen scheinen. So wird das indische Kabinett aber Berichten zufolge die derzeitige Position noch einmal bekräftigen und Ministerin Natarajan damit ein sehr enges Mandat zu geben (Quelle: Times of India). Doch es gibt Gegenwind in der G-77 für diese anscheinend kompromißresistente Position hier in Durban. So versuchen einige Staaten Indiens Ansprüche an andere Diplomatiefelder zu binden.

„The vulnerable developing countries are considering the idea of offering New Delhi support for its Security Council claim in return to a serious engagement on a legal agreement that includes all major emitters.“ (Quelle: Economic Times)

Somit könnte es bald heißen: „Wenn ihr eine Großmacht sein wollt, müsst ihr erst beweisen, dass ihr verantwortungsvoll handelt!“ Leider ist das Vorbild für Indien – Sicherheitsratmitglied China – nicht für eine sehr viel bessere Politiklinie bekannt. Daher tun sich auch innerhalb der BASIC Gruppe Widersprüche auf,

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Akteure vor Durban: Indiens traurige Wendung

24. November 2011, von Georg Koessler, Comments (1)

Auf dem Weg nach oben (Bilder von user "myriadity" auf flickr)

(Bild von user "myriadity" auf flickr)

Lange wurde Indien, die weltweit drittgrößte CO2-Emittentin, als ein „deal maker“ angesehen. Trotz einer ständig wachsenden und stark konsumierenden Mittel- und Oberschicht besitzt das Land noch so viele bettelarme Menschen, dass die Pro-Kopf Emissionen bei 1,7 liegen. Weit unter denen der USA, Deutschlands – oder China (siehe u.a. hier). Indien kann es sich eher heraus nehmen, statt eigenen Klimaanstrengungen auf den mutlosen Norden zu zeigen. Dennoch sah man vom Subkontinent erstaunliche Politik: Umweltminister Jairam Ramesh, der auch mal ganz ungläubigen Journalisten erklärte, ein Flughafenausbau in Bombay ist nur mit Umweltauflagen zu haben (hier) erstaunte die Klima-Community mit pro-aktiver Politik.

In Kopenhagen „ging es [auch Raimesh] ums Prinzip. Er wollte sich keine Vorschriften von den Industrieländern machen lassen.  Aber ihm ging es auch um neue Lösungen: […] weitreichende Selbstauflagen zu mehr Energieeffizienz und die Einführung erneuerbarer Energien […]. Indien und China, so will es Ramesh, bekennen sich aus eigener Kraft zum Klimaschutz“ (Quelle: taz)

Nachdem der in Indien sehr populäre Raimesh an die Spitze des prestigeträchtigeren Ministeriums für ländliche Entwicklung wechselte (es wird gemunkelt wie freiwillig das geschah, siehe hier), wurde Jayanthi Natarajan neue Umweltministerin (dazu The Hindu). Mit ihr kam auch ein etwas anderer Wind in Indiens Klimadiplomatie. „There cannot be quid pro quo [etwa: „geben und nehmen“] on the [Kyoto] protocol“ (more…)

Über den Wolken…

4. Oktober 2011, von Georg Koessler, Comments (2)

"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" - oder? (Bild: Oblivious Dude, Flickr)

"...muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" - oder? (Bild: Oblivious Dude, Flickr)

Die Europäische Union ist plötzlich wieder in den Mittelpunkt der Internationalen Klimapolitik gerückt. Mit ihrem Vorstoß, die internationalen Fluglinien in ihren Emissionshandel einzubeziehen, sollen Milliarden für den Klimschutz generiert werden. Bisher hat sich v.a. die USA gegen diese unilaterale Handlung, wie auch Arne Junjohann hier berichtete. Nun haben die USA Schützenhilfe von Indien bekommen. Beide Länder trennen Welten – v.a. die stark unterschiedlichen pro-Kopf-Emissionen. Doch gemeinsam will man gegen die Pläne der EU vorgehen. Doch sind die wirklich so schlimm? (more…)

BASIC Länder (nicht) auf UNFCCC-Kurs nach Durban?

10. März 2011, von Georg Koessler, Comments (2)

Die großen Schwellenländer Brasilien, China, Südafrika und Indien (BASIC) trafen sich Ende Februar in Neu Delhi zu ihrem ersten High-Level Meeting dieses Jahr. Diese Treffen auf Ministerebene, an dem auch Vertreter der wichtigen Süd-Gruppierungen wie der Afrikansichen Staaten, der “G77+China” sowie der Allianz der Kleinen Inselstaaten (AOSIS) teilnehmen, ist eines der interessantesten Ereigniss auf dem Weg nach Durban, wo Ende November diesen Jahres die 17. Vertragsstaatenkonferenz (COP-17) stattfinden wird. Die BASICs betonten auf ihrem Treffen noch einmal, dass das Abkommen von Cancun kein Ersatz für den in Bali 2007 ausgehandelten Fahrplan ist.

“There are a number of issues in the Bali Road Map that are not present in the Cancun Agreements and the BASIC Group of countries will make every effort to bring these issues back into the mainstream of the global climate change negotiations”. (Quelle: SUNS, fett vom Autor)

Gleichzeitig startete das UN-Klimasekretariat (Sitz in Bonn) eine Website, auf welcher der Fortschritt der Umsetzung des Cancun-Abkommens zu sehen ist. D.h., es ist nicht viel zu sehen. (more…)

Erneuerbare Energie bringt Indien nachhaltige soziale Entwicklung

3. Dezember 2010, Comments (0)

Der Leiter der indischen Vasudha Foundation Srinivas Krishnaswamy zeigt im Interview auf dem Klimagipfel in Cancún die Potentiale der erneuerbaren Energien auf, die sie in Indien freisetzen können. Dezentrale Energieversorgung durch Solarenergie kann die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den bisher nicht elektrifizierten Regionen stärken. Solarenergie ist zwar zunächst teuer, dezentrale Erzeugung in ländlichen Regionen spart jedoch die Errichtung teurer Hochspannungsleitungen. Srinivas Krishnaswamy sieht ein großes Potential für erneuerbare Energien in Indien.

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Eine Stimme aus dem Süden

9. Januar 2009, Comments (1)

Sunita Narain ist Direktorin des Centre for Science and Environment, eine der bekanntesten Umweltfachleute Indiens, und eine der Pioniere globaler Klimagerechtigkeit. Zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mentor Anil Agarwal schrieb sie bereits 1991 das epochemachende Werk “Global warming in an unequal world: A case of environmental colonialism”.

Nach einigen Jahren Abwesenheit von globalen Klimaverhandlungen ist sie im vergangenen Jahr in Poznan zum ersten Mal wieder hingegangen. Hier ihr wütendes Resümee:

I spent a week at the climate change conference in Poznan, and realised the world is in deep trouble and deeper denial. Worse, the denial is now entirely on the side of action. It is now well accepted, even by the most virulent of sceptics, that climate change is a reality. Scientists say we need to cap temperature increases at 2 C, to avoid catastrophe, which means capping emissions at 450 ppm. We know global average temperatures have already increased by 0.8 C and there is enough greenhouse gas in the atmosphere to lead to another 0.8 C increase. In short, there is still a window of opportunity, a very small one, to tackle the crisis. (more…)

G5 contra G8: Keine -50% ohne Gerechtigkeit

10. Juli 2008, Comments (3)

Seit Gleneagles 2005 hat es sich eingebürgert, dass zu den G8-Gipfeln die Regierungschefs der 5 größten Entwicklungsländer eingeladen werden: China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexico. Outreach 5 nannte man das in Heiligendamm.

In Japan haben sich diese fünf Länder nun vor dem Treffen mit der G8 zu einem eigenständigen “G5″-Treffen in Sapporo zusammengefunden und eine gemeinsame politische Erklärung vorabschiedet.

Ich dokumentiere hier wieder den Teil zu Klimawandel und Energie (Hervorhebung durch mich): (more…)

Indische Klimadebatte

4. Juli 2008, Comments (0)

Der indische Premierminister hat einen Klima-Aktionsplan veröffentlicht. Er hat sehr unterschiedliche Reaktionen unter indischen Nichtregierungsorganisationen provoziert.

Sunita Narain, Direktorin des Centre for Science and Environment und eine langjährige Partnerin der Heinrich-Böll-Stiftung, nimmt die Publikation des Aktionsplan nur kurz aber zustimmend in seinem nationalen Teil zur Kenntnis, um dann bezugnehmend auf den internationalen Teil zu einer schneidenden Attacke gegen die Industrieländer auszuholen. Indien ist nach ihrer Ansicht unverändert in erster Linie Opfer, nicht Täter des Klimawandels: (more…)

Sich dem Klimawandel davon entwickeln?

1. Juni 2008, Comments (1)

In der vergangenen Woche konnte ich an einem hochrangig besetzten klima- und energiepolitischen Dialog zwischen Indien und der EU teilnehmen. TeilnehmerInnen waren u.a. Berater von EU-Kommissionspräsident Barroso und des indischen Premier Manmohan Singh, sowie ChefverhandlerInnen von beiden Seiten.

Dabei kam es zu einem interessanten Austausch (aufgrund der vereinbarten “Chatham House Rule” kann ich die Personen nicht nennen). (more…)

Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

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