Abwrackprämie für Fahrräder! « Klima der Gerechtigkeit

Abwrackprämie für Fahrräder!

21. Februar 2009, von

Der Verkehrsclub Deutschland startet eine Aktion zur Einforderung einer wirklichen Umweltprämie, nämlich einer Abwrackprämie für alte Fahrräder. Diese Protestaktion gegen die im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets vorgesehenen Abwrackprämie für Autos (getarnt als sog. “Umweltprämie”) funktioniert mit einem symbolischen Antragsformular per Email an das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Mitmachen kann man hier.

Die taz berichtete am 20.2.09. Einen Brief vom ADFC an die Bundesregierung vom Januar zum gleichen Thema kann man hier nachlesen.

Die Bundesregierung versteht unter einer Umweltprämie Folgendes:

Wer sein mindestens neun Jahre altes Auto zum Verschrotten bringt, erhält beim Kauf oder Leasing eines Neu- oder Jahreswagens ab Schadstoffstufe Euro 4 eine Umweltprämie von 2.500 Euro (siehe Konjunkturpaket II).

Das BAFA berichtet, dass bis zum 20. Februar 2009 bereits 94.691 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie eingegangen sind.

Haben Sie ein altes Fahrrad zu verschrotten? Worauf warten Sie noch?

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13 Kommentare

  1. […] Lili Fuhr von “Klima der Gerechtigkeit” hat das Thema auch aufgegriffen und verweist auf die Aktion “Umweltprämie jetzt!” des Verkehrsclubs […]

  2. Man sieht an der “Prämie” recht deutlich, dass es weniger um Anreize zur Umwelt geht, als um Anreize die Wirtschaft zu fördern.

    Aber eigentlich ist es auch egal – Ob die Autos nun verschrottet, oder nach Afrika exportiert werden – die Klimabilanz bleibt gleich.

    Insofern gar nicht mal so schlecht – immerhin wird mal nichts verschlimmert, oder ?

  3. wenn dass so weitergeht sind irgendwann alle zufrieden, oder?
    also warum aufregen?

  4. Eine wirklich sehr sinnvolle Prämie wäre die für den Ersatz alter Heizungen (Heizkessel) gewesen, wie sie der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), Michael von Bock und Polach, von der Politik gefordert hat. Da zur Zeit in Deutschland nur ca. zwölf Prozent aller Heizungsanlagen umweltschonend und energieeffizient laufen, könnten damit nicht nur jährlich rund zehn Millionen Tonnen C02 eingespart werden sondern auch die Abhängigkeit von ausländischen Gas- und Öl-Lieferanten reduziert werden. Und On Top würden vor allem deutsche Unternehmen wie Vaillant, Viessmann oder Buderus und lokale Handwerksfirmen davon profitieren.

  5. @Sven: Die CO2-Bilanz bleibt leider nicht ausgeglichen. Hinzu kommen die Kosten, die zur Produktion der neuen Autos anfallen. Das ist mehr als der – auch nicht immer gegebene – niedrigere Verbrauch ausgleichen kann. (Die “Umweltprämie” macht über den Verbrauch ja nicht mal Vorschriften.)

  6. Warum klagt keiner bis zum BVerfG aufgrund der Ungleichbehandlung durch die Abwrackprämie? Denn bevorzugt werden nur umweltschädliche Autonutzer, Fahrradfahrer hingegen erhalten keinerlei Unterstützung. Wer jedoch kein Auto besitzt, sollte ebenfalls 2.500 Euro vom Staat erhalten, wenn er dafür ein Fahrrad kauft und eine altes verschrottet, damit kurbelt er auch kräftig die deutsche Wirtschaft an, doch diesmal die umweltfreundliche Fahrradindustrie. Das wäre m.E. auch einen eigenen Beitrag in der TAZ wert.

  7. Wir bieten die Abwrackprämie als kleiner Fahrradfachhändler jetzt und wollen nicht warten bis die Politik reagiert …

    Für ein fahrbereites Gebrauchtrad gibt es bei uns beim Kauf eines unserer Neuräder* (am Lager)
    im Aktionszeitraum v. 12.März – 11.April eine Abwrackprämie v. 250Euro

    (* ausgenommen sind Kinderräder und Anhänger, Prämie gilt auch für bereits reduzierte – Touren- Trekking- Cross- MTBs u. Rennräder)

  8. Für die ganz kleinen Geister könnte der Deutsche Bundestag ein Notopfer für die leidende Autoindustrie einführen. Zum Beispiel 5 Cent als Notopfer neben die übrigen Postwertzeichen auf Briefsendungen würden jedem ABC-Schützen verständlich machen, daß auch er zu Höherem berufen ist.

    Die Abwrackprämie aus Berlin lenkt von den Milliarden Euro ab, die laufend für Subventionen und für den Schuldendienst aufgebracht werden. Die Zahlen sind einfach zu groß und so anonym wie die galloppierende Teuerung seit den Sechziger Jahren.

    Hans Kolpak
    Senioren bloggen frei Haus

  9. Die Umwelt ist der Regierung vollkommen egal. Das sieht man auch daran, dass die Einnahmen aus der Ökosteuer schön in den Straßenbau gepumpt werden.

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Autorin

Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

Deutsche Klimafinanzierung

Resource Politics for a Fair Future

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