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Neuer Brand Audit Report: Coca-Cola zum 4. Mal auf dem ersten Platz

Bereits zum vierten Mal in Folge hat Break Free From Plastic die weltweit größten Plastikverschmutzer identifiziert. In diesem Jahr haben 11.184 Freiwillige in 45 Ländern 440 Brand Audits auf sechs Kontinenten durchgeführt. Ein Brand Audit ist eine Initiative, bei der die Marken des gefundenen Plastikmülls gezählt und dokumentiert werden, um die verantwortlichen Unternehmen zu ermitteln. Der gerade erschienene Branded – Brand Audit Report 2021 ermittelte die größten Plastikverschmutzer des Jahres 2021. Das Ergebnis überrascht nicht – es sind die üblichen Verdächtigen:

Der Coca-Cola-Konzern trägt die schmutzige Krone des weltgrößten Plastikverschmutzers das vierte Jahr in Folge, trotz der freiwilligen Verpflichtung, eine Flasche pro verkaufter Flasche zu einzusammeln. Tatsächlich wurde beim Brand Audit 2021 mehr Plastikmüll von Coca-Cola gesammelt als von den beiden nächstplatzierten Firmen zusammen – wie auch schon in den beiden vergangenen Jahren. Das zeigt ganz klar, dass Coca-Colas Selbstverpflichtung keinerlei Auswirkungen auf den vom Unternehmen verursachten Plastikmüll hat.

PepsiCo bleibt die Nummer Zwei in der Rangliste. PepsiCo hat kürzlich in einer neuen freiwilligen Verpflichtung angekündigt, die Verwendung von Neukunststoff bis 2030 zu halbieren. Doch ohne eine ehrgeizigere Umstellung auf Mehrweg wird der Konzern einer der Top-Plastikverschmutzer bleiben. Unilever ist in diesem Jahr auf Platz 3 der Top-Verschmutzer aufgestiegen. Dies ist besonders erschreckend, da das Unternehmen im November als Hauptpartner der COP26 in Glasgow fungiert.

Wäre der gesamte Lebenszyklus von Plastik ein Land, wäre es der fünftgrößte Emittent von Treibhausgasen in der Welt. Plastik wird zu 99% aus fossilen Brennstoffen hergestellt und die weltweite Abhängigkeit von Plastik trägt erheblich zur Klimakrise bei. Unternehmen der schnelllebigen Konsumgüterindustrie (Fast Moving Consumer Goods) wie Coca-Cola, PepsiCo, Nestlé, Mondelēz, Danone, Unilever, Colgate-Palmolive, Procter & Gamble und Mars kaufen ihre Verpackungen von Herstellern, die von fossilen Brennstoffunternehmen wie ExxonMobil, Shell, Chevron Phillips, Ineos und Dow beliefert werden. Sie befeuern damit nicht nur die Plastikkrise und -expansion, sondern auch die Klimakrise.

Der diesjährige Brand Audit Report stellt die Stimmen von Jugendlichen aus der ganzen Welt in den Vordergund (20 % aller Brand Audits wurden von Jugendlichen geleitet!). Junge Menschen haben am meisten zu verlieren, wenn es der Welt nicht gelingt, die Klima- und auch die Plastikkrise zu bewältigen, obwohl sie am wenigsten zu deren Entstehung beigetragen haben. Jugendliche im globalen Süden haben gleichzeitig mit den schwersten Folgen der Klimakrise und dem meisten Plastikmüll zu kämpfen. Sie fordern, dass Unternehmen das volle Ausmaß ihres Plastik-Fußabdrucks aufdecken, ihn erheblich reduzieren, indem sie ehrgeizige Ziele festlegen und umsetzen, und ihre Produkte umgestalten, damit sie wiederverwendbar und plastikfrei werden.

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JETZT ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen für ihren Plastikmüll zur Rechenschaft gezogen werden, denn freiwillige Selbstverpflichtungen sind wirkungslos. Diese Forderung muss gehört werden, wenn in wenigen Tagen die Regierungen der Welt auf dem UN- Klimagipfel (COP26) zusammen kommen, um darüber zu verhandeln, wie die globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzt werden kann. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen muss dringend gestoppt werden, und das schließt auch den erheblichen Anteil an Öl und Gas ein, der in Plastik umgewandelt wird und den Klimawandel anheizt.

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