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Fünf Jahre Brand Audits – fünf Jahre Coca-Cola auf Platz Eins

Zum fünften Mal hat Break Free From Plastic die weltweit größten Plastikverschmutzer ermittelt. In diesem Jahr wurden insgesamt 397 Brand Audits in 44 Ländern auf sechs Kontinenten durchgeführt. Ein Brand Audit ist eine Initiative, bei der Freiwillige Plastikmüll sammeln, zählen und sortieren. Die Markennamen werden dokumentiert, um die für den Müll verantwortlichen Unternehmen zu identifizieren.

Der heute veröffentlichte fünfte Report Branded – Five Years of Holding Corporate Plastic Polluters Accountable hält bei den Gewinnern wenig Überraschendes bereit: Coca Cola unangefochten auf Platz Eins, erneut gefolgt von PepsoCo und bereits zum vierten Mal auf Platz Drei liegt Nestlé. Mondelēz International, Unilever, Procter & Gamble, Mars Inc, Philip Morris International, Danone und Colgate-Palmolive setzen die Rangliste der Verschmutzer fort. Der neue Report hat auch die Querschnittsdaten aus allen fünf Brand-Audits (2018-2022) analysiert.

Die fünf größten Plastikverschmutzer 2018-2022 by BFFP Alle Rechte vorbehalten

Die Ergebnisse weisen eine bemerkenswerte Konsistenz auf: Jahr für Jahr sind dieselben multinationalen Konsumgüterunternehmen (fast-moving consumer goods) die größten Plastikverschmutzer, und zwar diejenigen mit dem größten Marktanteil, die auch das meiste Plastik erzeugen. Ins Auge sticht sofort, dass Coca-Cola seit 2018 mit deutlichem Vorsprung führt. Beim diesjährigen Brand-Audit wurden mehr als 31.000 Coca-Cola-Produkte gefunden, das ist ein Anstieg von 63 % gegenüber 2021. Die Berichte seit 2018 zeigen auch, dass in jedem Jahr mehr Coca-Cola-Produkte gefunden wurden, 2022 mehr als Dreimal so viel wie 2018.

Die Tatsache, dass Coca-Cola als größter globaler Plastikverschmutzer zum offiziellen Sponsor der UN-Klimakonferenz 2022 (COP27) in Ägypten ernannt wurde, zeugt vom eklatanten Greenwashing des Unternehmens. Es versucht seit langem, jegliche Schuld von sich zu weisen und sich Regulierungen zu entziehen.

Die Notwendigkeit, Unternehmen für ihre Umweltverschmutzungen zur Rechenschaft zu ziehen, wird noch dringender, wenn die Regierungen kurz vor Jahresende zusammenkommen, um die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen aufzunehmen. Dies ist eine historische Chance, um die Produktion und Verwendung von Plastik durch rechtsverbindliche Mechanismen und Umsetzungsverpflichtungen zu reduzieren.

Die Plastikverschmutzung ist eine durch die Plastikproduktion verursachte Krise, die durch eine Reduzierung der Produktion bekämpft werden muss.

Jahrelanges Greenwashing und falsche Lösungen machen deutlich, dass freiwillige Verpflichtungen der Unternehmen keinen systemischen Wandel herbeizuführen. Der aktuelle Fortschrittsbericht der Globalen Selbstverpflichtung zur Reduzierung von Plastik zeigt, dass die Ziele für 2025 „mit ziemlicher Sicherheit“ nicht erreicht werden, und dass der Gesamtverbrauch an Neuplastik wieder auf das Niveau von 2018 gestiegen ist.

Mehr denn je müssen die Regierungen umweltverschmutzende Unternehmen zur Rechenschaft ziehen. Die Konzerne, die alljährlich auf der Liste der größten Umweltverschmutzer auftauchen, müssen verpflichtet werden, das volle Ausmaß ihres Plastik-Fußabdrucks offenzulegen und ihre Plastikproduktion deutlich zu reduzieren. Darüber hinaus müssen sie ihre Verpackungen wiederverwendbar und plastikfrei machen sowie auf Mehrweg umstellen. Nur so können wir die Klima- und Plastikkrise bekämpfen.

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